In letzten Marktupdate ging es um die interessante Ausgangslage bei verschiedenen Agrarrohstoffen. Besonders Kakao, Kaffee und Zucker zeigten damals Anzeichen dafür, dass sich nach einer längeren Schwächephase eine attraktive Chance auf der Long-Seite ergeben könnte.
Inzwischen hat sich diese Einschätzung als sehr treffend erwiesen. Der Soft/Agrar-Markt konnten sich deutlich erholen und gehört aktuell zu den stärkeren Rohstoffsegmenten. Gerade bei Kakao und Kaffee war zu beobachten, dass die Verkäufer zunehmend an Einfluss verloren, während sich die Marktstruktur Schritt für Schritt verbesserte. Auch Zucker zeigte klare Stabilisierungstendenzen und konnte anschließend spürbar zulegen. Bei Zucker handelt es sich um einen der letzten Rohstoffe, der noch kein neues Allzeithoch generiert hat. Es ist anzunehmen, dass dies in diesem Zyklus passieren könnte.
Für Anleger und Trader sind die jüngsten Anstiege ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig es sein kann, nicht nur auf die aktuelle Nachrichtenlage zu achten, sondern die Positionierung der Marktteilnehmer und die zugrunde liegenden Marktzyklen zu analysieren. Häufig entstehen die besten Chancen genau dann, wenn die Stimmung noch zurückhaltend ist und die breite Masse einen Markt bereits abgeschrieben hat.
Durch die knappe Angebotssituation und El Nino ist das Potential vermutlich noch nicht ausgereizt!
Rückt nun Öl in den Fokus?
Während sich die Agrarrohstoffe bereits erfreulich entwickelt haben, könnte nun ein anderer Markt erneut interessant werden: Öl.
In der vergangenen Woche konnte man sehen, dass Öl einen (vorläufigen) Boden ausbildet. Wie nachhaltig dieser ist, wird sich erst noch zeigen müssen. Ferner befindet sich Öl gerade an einem Zyklustief, was ebenfalls eine Erholung vermuten lässt. Nach den deutlichen Kursrückgängen der vergangenen Wochen mehren sich die Anzeichen dafür, dass sich zumindest ein vorläufiger Boden ausbilden könnte.
Erste Trades wurden bereits umgesetzt:

Natürlich ist es noch zu früh, um von einem langfristigen Boden zu sprechen. Dennoch zeigen verschiedene Faktoren, dass die Wahrscheinlichkeit für eine technische Erholung beziehungsweise eine neue Aufwärtsbewegung zunimmt.
Vor allem aus zyklischer Sicht befindet sich der Markt in einem Bereich, in dem in der Vergangenheit häufig bedeutende Wendepunkte entstanden sind. Gleichzeitig deutet die aktuelle Marktstruktur darauf hin, dass der Verkaufsdruck nachlässt und erste Käufer wieder aktiver werden.
Chancen entstehen oft vor der Schlagzeile
Die Entwicklung bei Kakao, Kaffee und Zucker zeigt erneut, dass die interessantesten Marktbewegungen häufig beginnen, bevor sie in den großen Finanzmedien diskutiert werden. Wer sich frühzeitig mit Marktzyklen, Positionierungsdaten (CoT-Daten) und der Struktur eines Marktes beschäftigt, kann potenzielle Wendepunkte oftmals deutlich früher erkennen.
Ob Öl tatsächlich bereits seinen endgültigen Boden gefunden hat, werden die kommenden Wochen zeigen. Die Voraussetzungen für eine positive Entwicklung haben sich zuletzt jedoch deutlich verbessert. Damit könnte Öl zu den Rohstoffmärkten gehören, die Anleger und Trader in den nächsten Wochen besonders aufmerksam beobachten sollten.
Nach den erfolgreichen Signalen bei den Agrarrohstoffen bleibt es daher spannend, ob sich nun auch im Energiesektor eine vergleichbare Chance entwickelt.
Marco Freundl
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